Parament - liturgische Farben

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Es ist der neue Altar, der die liturgischen Farben neu ins Bewusstsein führt. Das Parament – so heißt das am Altar aufgehängte Tuch– ist im Gegensatz zu den alten Paramenten gänzlich ohne Verzierung und Symbol, sodass die Farbe an sich besonders in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerät. Die Durchsicht durch den Altar hindurch auf das von hinten vom natürlichen Kirchenlicht beleuchtete Parament verstärkt den Eindruck.

Die Auswahl der Farbe hängt weder vom Geschmack des Pfarrers ab noch vom farblichen Zusammenspiel mit der Kirche. Sie ist nicht beliebig sondern deutschlandweit für die evangelischen Kirchen seit dem 16. Jahrhundert vorgeschrieben, oft in Übereinstimmung mit der katholischen Kirche und selten abweichend von anderen evangelischen Landeskirchen. Falls es ein Parament an der Kanzel gibt oder der Pfarrer eine Stola trägt, hat sich deren Farbe ebenfalls daran zu orientieren.

Die Liturgische Farbe macht den Charakter eines Sonntags im Kirchenjahr sichtbar. In der evangelischen Kirche sind weiß, violett, grün, rot und schwarz die liturgischen Farben, die den Festen im Jahreskreis zugeordnet sind. Dazu treten ein vorgeschriebener Predigttext sowie ein Wochenlied.

Weiß

Weiß

... ist das Zusammenspiel aus allen Farben des Lichts. Es ist die Farbe der Unschuld, der Vollkommenheit und der Wahrheit und versinnbildlicht Jesus Christus als das „Licht der Welt“. Weiß ist somit die Christusfarbe insbesondere an den hohen Festtagen an Weihnachten (bis Dreikönigstag) und an Ostern (bis Trinitatis, aber ohne Pfingsten).
Das weiße Parament – und nicht das schwarze (!) - hängt auch am Ewigkeitssonntag (Totensonntag) als Ausdruck dessen, dass man die Verstorbenen mit Christus verbunden weiß.

Violett

Violett

... ist die Mischfarbe aus Rot und Blau. Das kreatürliche Rot (wie aus Fleisch und Blut) vermischen sich mit dem Geistigen und geistlichen Blau (wie der Himmel als Symbol für den Bereich Gottes). Und so steht Violett für Religiöses im Menschen, für Besinnung und Gebet, für Buße und Umkehr. Sie wird in der Vorbereitungszeit auf die hohen Feste verwendet, in der Advents- und Passionszeit, oder am Buß- und Bettag.
Deutlich wird der Unterschied zwischen der Advents- und Weihnachtszeit, die im modernen Verständnis (leider) oft vermischt und verwechselt wird. Die Adventszeit gilt als Zeit der Besinnung und der inneren Einkehr. Weihnachten dagegen ist die Zeit des Feierns und der Freude über den menschgewordenen Gott.

Rot

Rot

... ist die Farbe des Feuers, der Liebe, der Kraft Gottes und des Heiligen Geistes. In der Apostelgeschichte heißt es zur Geistausgießung am Pfingstfest: „Und es erschienen [den Jüngerinnen und Jüngern] Zungen, zerteilt wie von Feuer“.
Der Geist aber steht für Gemeinschaft des Heiligen Geistes und somit wird das rote Parament an Festen aufgehängt, in denen die feiernde Gemeinde im Zentrum steht, wie zum Beispiel an Pfingsten, zur Konfirmation, an Gottesdiensten zur Einführung eines Pfarrers oder des Kirchengemeinderats und am Reformationsfest.

Grün

Grün

... ist die Farbe der Fruchtbarkeit und der grünenden Natur. Sie steht für Hoffnung, Wachstum und Reife und findet zu den übrigen Zeiten und Festtage des Kirchenjahres Verwendung, insbesondere im Sommer.

Schwarz

Schwarz

... ist die Farbe der Trauer am Karfreitag, dem Todestag Jesu. In der Margaretenkirche ist das schwarze Parament das einzige lichtundurchlässige Parament. Während alle anderen Paramente dem Betrachter eine Ahnung ermöglichen auf das, was „dahinter“ sein könnte, symbolisiert das schwarze Parament wie es ohne Christus wäre, wenn der Tod das letzte Wort in unserem Leben hätte.