Eingebunden in ein großes Ganzes

Zwölf Jahre lang war Tilman Schühle Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Altbach. Nun übernimmt der 54-Jährige eine Pfarrstelle in Adelberg. Es gehe ein persönlicher Lebensabschnitt zu Ende, sagt Schühle zum Zeitpunkt seines Abschieds. Seine beiden Kinder Henrik und Evelyn sind in Altbach erwachsen geworden und inzwischen im Studium. Zudem gehöre der Wechsel zum Leben eines Pfarrers. Für seine letzte Berufsphase hat sich Schühle für eine 50-Prozent-Pfarrstelle entschieden.

„Es ist ein Privileg unseres Berufs, dass man mit 54 Jahren nochmals neu anfangen kann“, betont Schühle. Und doch verlässt er Altbach nicht leichten Herzens. „Es ist eine engagierte Gemeinde mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern und die vielen herzlichen Beziehungen werden mir fehlen.“ Ohne sie und die hauptamtlichen Mitarbeiter wäre vieles nicht möglich gewesen, ist der Theologe sicher. Für ihn war es schön zu erfahren, „dass man als Pfarrer nicht Solist, sondern eingebunden in ein großes Ganzes ist“. Vieles sei in Altbach während seiner Zeit als Pfarrer neu entstanden oder wieder aufgelebt. Darunter sind Angebote für Kinder wie Minikirche, Jungschar oder auch Konfi3, der Konfirmandenunterricht, der bereits in der dritten Klasse beginnt und dann in der achten Klasse fortgesetzt wird. „Die Arbeit mit Kindern habe ich besonders gerne gemacht.“ Schühle lag daneben vor allem auch die Familienarbeit am Herzen. „Viele Familien haben dadurch wieder engeren Kontakt zur Kirche gefunden“, hat er beobachtet. Auch die Gottesdienste in ihren vielfältigen Formen waren ihm wichtig. Viel Zeit habe die Kindergartenarbeit beansprucht: Anfangs war die evangelische Kirchengemeinde Trägerin von fünf Gruppen, heute sind es elf. Dazu kommen mehr als 40 Angestellte. Inzwischen wurde dafür eine pädagogische Gesamtleitung eingestellt.

Vieles verbinden

"Ich versuche immer, vieles zu verbinden – die Vorstellungen der Kirchengemeinde oder unterschiedlicher Generationen – und nehme mir viel Zeit, vor allem problematische Situationen zu lösen“, sagt Schühle zu seinen Stärken. Manchmal habe er aber auch zu wenig deutlich geführt. „Ich bin nicht so gerne der, der sagt, wo es langgeht.“


Mit dem Wechsel nach Adelberg übernimmt Tilman Schühle eine wesentlich kleinere Gemeinde. Während Altbach knapp 2000 Mitglieder hat, sind es in Adelberg nur rund 950. Er wird feste Tage als Arbeitszeit haben und keine Verantwortung der Geschäftsführung, die beim Kollegen in Rechberghausen liegt. „Ich kann mich auf die klassischen Aufgaben des Gemeindepfarrers wie Gottesdienste, Seelsorge, Religionsunterricht, Trauungen, Taufen und Beerdigungen konzentrieren“, freut er sich. Zudem wollen die Schühles im nahen Ebersbach im eigenen Haus, das sie demnächst beziehen, sesshaft werden. Dort hat Tilman Schühles Frau Antje schon seit Jahren eine Praxis als Ärztin für Allgemeinmedizin.