Klosterschule und Klosteramt

Kloster Adelberg wird evangelische Prälatur, 1685

Nach dem Tod des letzten katholischen Abtes Ludwig Werner wurde Christoph Binder erster evangelische Prälat.

Adelberg war seit 1565 „evangelisches“ Kloster und Sitz einer Klosterschule, deren berühmtester Schüler Johannes Kepler (1584–1586) war.

Das Kloster wurde außerdem Sitz einer der vier Prälaturen (bzw. Generalsuperintendenzen oder Generalate) Württembergs sowie Verwaltungsmittelpunkt eines Klosteramtes.

In dieser Zeit war Adelberg mit Abstand die größte Prälatur in Württemberg.

Obwohl die Anlage mit ihrer erhaltenen Ummauerung heute noch gut erfassbar ist, blieben aus klösterlicher Zeit nur wenige Gebäude bewahrt; die Klosterkirche wurde nach der Reformation abgetragen. Aus dem Erhaltenen ragt die Ulrichskapelle mit ihrem Altar aus der Werkstatt von Nikolaus Weckmann und den zugehörigen Tafelgemälden von Bartholomäus Zeitblom künstlerisch heraus.[1]

Frühere Evangelische Prälatur Adelberg

Im Bauernkrieg wurde das Kloster schwer beschädigt, in die Wiederaufbauzeit fiel die Reformation, nach deren endgültiger Einführung 1565 Adelberg bis 1629/1630 als Sitz einer evangelischen Klosterschule, deren berühmtester Schüler Johannes Kepler war, und bis 1810 als Sitz einer Prälatur der württembergischen Landeskirche diente. In dieser Zeit amteten hier herausragende evangelische Theologen als Äbte und Prälaten, darunter Jakob Andreae, Lucas Osiander der Ältere und Johann Wolfgang Jäger.

1807 ging der größte Teil des alten Klosteramts im Oberamt Schorndorf auf;

Die Prälatur wurde 1810 aufgehoben. Damit hatte Adelberg endgültig seine zentralörtliche Bedeutung in der Region verloren.

1830 kaufte die Gemeinde Hundsholz die Klostergüter im Dorf und auch das Kloster selbst auf. 1843 wurde das Klostergebiet auch formal eingemeindet und die Gesamtgemeinde übernahm den Namen Adelberg.

Seit dem wurde die Prälatur als Pfarrhaus genutzt.

Ca. 1960 wurde erkannt, daß die riesige ehemalige Prälatur als Pfarrhaus nicht gut geeignet ist. Deshalb wurde zusammen mit dem Gemeindehausbau rechts das neue Pfarrhaus errichtet und die Prälatur in zwei unabhängige Einheiten getrennt und verkauft.